geschichten, texte, fragmente &
gedanken über das auswandern & in die ferne schweifen, das ankommen & heimischwerden, vermissen & liebgewinnen.
für alle entdecker, die ihr zuhause in der weite suchen & (hoffentlich) in sich finden.

so oft es der alltag zulässt, wann immer möglich zweiwöchentlich, gibt's hier auf halloleipzig neues zu leipzig & umgebung.
leipzig, mein leipzig, lob ich mir (angelehnt an goethe).
Am 01.10. hat sich meine Zeit in Leipzig zum ersten Mal gejährt.
Am 10.10. bin ich seit 101 Tagen im Space (der tolle CoWorking Space, an dem ich wirken darf).
Zahlen- und Wortspiele - ich mag sie: Wenn mir eine Adresse gut gefällt, sehe ich das als gutes Omen, dass ich mich an dem Ort wohlfühlen werde: Stockhardweg 2 in 5102 Rupperswil, Im Meierhof 4 in 4600 Olten usw. Die Lagerbox, in der mein Hausrat, den ich nicht gänzlich nach Leipzig mit umziehen konnte, eingelagert ist, trägt die Ziffern der Geburtstage meiner Geschwister, ebenso der Stadtteil, in welchem ich jetzt lebe und solche Sachen.
Am 01.10. bin ich also seit einem Jahr in Leipzig. Am 10.10. 101 Tage Space - so viele schöne Zahlen sollen Anlass sein, ein erstes Resümee zu ziehen:
Meine Freundschaften verändern sich - diese Tatsache ist unabänderlich; oft wäre ich gerne näher an den Geschehnissen dran, würde gerne enger begleiten. Aber so grundsätzlich glaube ich, dass viele der Verbindungen ihren Weg finden werden. Wenngleich in veränderter Form.
Dieses Wissen um die starken Wurzeln, die insbesondere auch meine familiäre Bindung betrifft, gibt mir Kraft und Halt, neue zarte Verbindungen einzugehen.
Das Jahr war echt verrückt und herausfordernd, gleichzeitig aufregend, anregend und schön.
Als ich am 30.09.2025, von meinem Unterbewusstsein gut geplant am gleichen Datum wie vor einem Jahr die gleiche Fahrt von Basel nach Leipzig erneut antrat, wieder mit Abschiedskaffee und Begleitung von meinem Bruder auf dem Bahnsteig stand, hat mich die Gefühlskeule so richtig hart getroffen und die letztjährigen Empfindungen des Abschiedsschmerzes sind mir aus großer Fallhöhe mit viel Wucht in die Magengrube geplumpst. Nachdem ich diese Gefühlsstürme nochmals so richtig intensiv durchlebt hatte, stellte ich aber mit Erstaunen fest, dass ich mich nach dem Abflauen der Gefühlswelle tatsächlich aufs Heimkommen gefreut habe. Aufs Heimkommen nach Leipzig.
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt der Resümeeliste, die ich im Anschluss anführen werde: Ich bereue nichts. Trotz des Vermissens. Trotz des Traurigseins darüber, dass ich Dinge zurücklasse.
Mein Herz scheint anzukommen. Ein Wehmutstropfen wird vielleicht immer bleiben, aber das darf er.
Leipzig - mein Leipzig -, was für ein Ritt, dieses erste Jahr unserer gemeinsamen Reise! Auf dass viele gute Jahre folgen mögen. Gerne ereignisreich, emotional darf es aber auch gerne etwas weniger herausfordernd sein.
Resümee 1 Jahr Leipzig:
© anaïs-madlaina büchl
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