geschichten & texte in, um & aus leipzig

halloleipzig

neues entdecken.

neues im gewohnten sehen.

gewohntes im neuen wiederfinden.

geschichten, texte, fragmente &

gedanken über das auswandern & in die ferne schweifen, das ankommen & heimischwerden, vermissen & liebgewinnen.

für alle entdecker, die ihr zuhause in der weite suchen & (hoffentlich) in sich finden.

so oft es der alltag zulässt, wann immer möglich zweiwöchentlich, gibt's hier auf halloleipzig neues zu leipzig & umgebung.

leipzig, mein leipzig, lob ich mir (angelehnt an goethe).

Vom Ideal eines Morgens oder Was das Aufwachen schön macht

 

Mein idealer Morgen beginnt, wann immer ich von selber aufwache. Wenn ich wünschen könnte, wäre das eher früh, weil ich gerne im heller werdenden Licht, in dem die Welt noch einen leichten grauen Schleier zu tragen scheint und die Farben darauf warten, von der Sonne wachgeküsst zu werden um ihre Strahlkraft zu entfalten, einfach dasitze und lausche. …lausche… In mich hinein, in die Welt hinaus, in mich hinein.

Nach einem sanften Hinübergleiten aus seligen Träumen, eingebettet in weiche Kissen und fluffige Decken spüren, dass mein liebster Herzmensch neben mir liegt, ruhig atmet, ein und aus. Die Wärme und Geborgenheit hüllt mich ein, lädt ein, noch einen kleinen Moment zu verweilen. Bevor ich mich unter dem Federbett hervorschäle, um auf nackten Füßen tapsig in die Küche zu schleichen, kuschele ich mich nochmals nah an den schlafenden Körper, spüre den Herzschlag und staune über das Wunder des Lebens und der Liebe, hoffe, dass Zweites die Länge des Ersten bis in die Unendlichkeit überdauert.

Ich vergrabe mein Gesicht in wuscheligem Haar, das noch immer leicht nach Shampoo duftet und betrachte fasziniert die eine kleine Stelle, an der seit jeher Silber- anstatt Goldhaare wachsen, küsse schlaftrunkene, weiche Lippen, streiche sanft über den zarten Flaum auf den Unterarmen, stehe auf und freue mich auf meinen Kaffee mit mir.

 

Leipzig - mein Leipzig -, Du bescherst mir seit ein paar Monaten  jeden Tag ein schönes Aufwachen, auch wenn manchmal die Luft etwas gar kühl ist, in die ich die schlaftrunkene Nase hinausstrecke, der Fußboden sich unter den Sohlen im ersten Moment etwas gar kalt anfühlt, ein Traum aus der Nacht nachschwingt oder mich bereits morgens etwas beschäftigt, wie gerade die Tage z.B. Heimweh. Einer oder sogar mehrere Aspekte vom beschriebenen Ideal eines Morgens sind immer mit dabei. Was das Aufwachen aber jeden Tag schön macht, egal wie unideal der Morgen sonst sein mag, ist der Herzmensch, neben dem ich die Augen aufschlage. Und den verdanke ich Dir.

 

© anaïs-madlaina büchl

 

fotostandort

kontakt

für weitere inhalte, ideen & vorschläge für texte, geteilte freuden & leiden: